Landesverband der Buckfastimker
Berlin - Brandenburg e.V.
(LBBB e.V.)

Mitglied in der Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker e.V.
Rückblicke

 

Wasser - Gafahrenquelle für Bienen!?
Vortrag von Hedwig Riebe, DBIB Soltau, 17.01.2010

 

Besoffene Bienenvölker

Hohenheim. Die Uni erforscht im EU-Auftrag das Bienensterben.

Berufsimker halten das für vertane Zeit.

 

Verlustgeschehen auf einem Bienenstand 2009/2010

  • Alle Königinnen im Frühjahr 2009 stammten aus 2008.

  • Etwa ab dem zweitem Rapstrachtdrittel setzte 2009 extreme Schwarm- und Umweiselungsstimmung ein. Raumknappheit lag nicht vor.
  • Zellenbrechen führte im Gegensatz zu anderen Jahren zu gar keinem Erfolg.

  • Bis auf eine Königin (Brutableger gebildet) wurden alle Königinnen abgedrückt.

  • Die Qualität der Jungköniginnen (2009) war offensichtlich nicht zufriedenstellend, da weitere  Umweiselungen (z.T. mehrfach) erfolgten.

  • Neben Raps waren Mais und Senf im näheren Flugbereich sowie erstmals nennenswert Phacelia.

  • Senfpolleneintrag endete erst mit witterungsbedingter Flugeinstellung zum Winter hin.

  • Völker  aus Schwärmen der Stand-Völker waren zu 15 % am Einwinterungsbestand beteiligt.

  • Der Winterfutterbedarf (Zufütterung) war mit ca. 25 % im Vergleich zu anderen Jahren gering; die Quelle des Fremdfuttereintrages (der 75%) blieb unbekannt.
  • Im Herbst fielen sehr häufig Flugbienen mit aufgedunsenen Hinterleibern auf.
  • Viele Bienen suchten im Freien den Tod, was in der Umgebung nicht zu übersehen war.

  • Krabbelnde und hüpfende Bienen fielen auf.

  • Vereinzelt flogen Bienen nachts ab.
  • Die 2009 eingeschlagenen Schwärme leiteten das Verlustgeschehen 2009/2010 bereits im Oktober ein...


        

Bienensterben - Versuch einer Situationsbeschreibung

  • Zu allen Zeiten gab es in gewissen Abständen empfindliche Völkerverluste. Die Ursachen waren nicht immer identisch.
  • Jetzt gibt es für die meisten und besonders für die meisten Fachleute, nur noch die Varroose und damit in Verbindung stehend die Reinvasion.
  • Die Abstände zwischen Jahren mit höheren Völkerverlusten werden in letzter Zeit immer kürzer.
  • Man hofft durch zusätzliche Blüten auf den Äckern, durch blühende Straßenböschungen sowie Bahndämme ein wesentliches Problem für Bienen und Wildinsekten, den Mangel und die Eintönigkeit unter den Nahrungsspendern zu mildern.
  • Offiziell werden die Partnerschaft von Imker und Landwirt sowie die persönlichen Kontakte zwischen ihnen beschworen, um Schäden an Bienen durch PSM zu vermeiden. Das klingt, als sollten sie gemeinsam etwas zum Besseren wenden, trotz sachgerechten Umgangs mit wissenschaflich als bienenungefährlich erkannter Pflanzenschutzmittel - ein Widerspruch in sich!
  • Offiziell schaden zugelassene Pflanzenschutzmittel den Bienen nur bei unsachgemäßer Anwendung.
  • Bei PSM-Zulassungen erfolgt die Festellung ihrer Wirkung auf Bienen
    • durch die Bewertung ihrer Wirkung auf eine Anzahl Einzeltiere.
    • keine Einbeziehung des Bienenvolkes (der lebensfähige Organismus).
    • keine Untersuchung möglicher subletaler Effekte auf den Bien.
    • keine Berücksichtigung sich über Jahre im Boden angereicherter PSM-Rückstände einschließlich ihrer Metaboliten (Grundrauschen) auf das Testprodukt.
  • Folgen von Rein-/Inzucht werden auch diesbezüglich  nicht ausreichend thematisiert.

 

 

Hinweise aus Literatur/Medien auf eine Folgeerscheinung des Pflanzenschutzmittelkontaktes des Biens:

Nosematose

  • Imkerliche Fachkunde (1. Aflage 1966) S. 325:
    So ist bei Völkern, die eine Schädigung durch PSM erfahren haben, fast immer nachträglich ein erhöhter Nosemabefall zu verzeichnen.
  • „Die Honigbiene“ Lieselotte Seifert, S. 28/29 (Auszug aus Nosematose): …Umweltfaktoren
    Für den Verlauf im Frühjahr sind vor allen Dingen die Witterungs- und Temperaturverhältnisse des vorangegangenen Sommers von wesentlicher Bedeutung. Es hat sich immer wieder gezeigt, daß nach schlechten Trachtjahren und feuchten, kühlen Sommern im darauffolgenden Frühjahr meist schwere Nosemaschäden auftreten. Diese Tatsache ist dadurch zu erklären, daß die Völker während des Sommers keine Gelegenheit hatten, die parasitentragenden Altbienen abzustoßen . Besonders gefährlich sind die im Frühjahr häufig vorhandenen Temperaturrückschläge, die zu einem vorübergehenden Brutstopp führen. Ebenso kann plötzlicher Mangel an Tracht ein krankheitsauslösender Faktor sein, da es hierdurch zu einem erheblichen Stau von Altbienen kommt. Bei einsetzender Tracht gehen dann die überalterten Flugbienen schnell zugrunde. Die starken Flugbienenverluste führen zur Störung des Gleichgewichts und schwächen die Widerstandskreft der Völker gegenüber dem Parasiten (Abb.11). Ähnliche Erscheinungen treten nach einer Schädigung der Flugbienen durch Pflanzenschutzmittel auf. In vielen Fällen wurde festgestellt,dass nach Flugbienenvergiftung die Anzahl der nosemabefallenen Bienen in den Völkern ansteigt. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß nosemakranke Bienen gegenüber dem Einwirken von Giftstoffen viel empfindlicher sind als gesunde Bienen. Es kann daher vorkommen, dass auch die als bienenungefährlich bezeichneten Pflanzenschutzmittel unter bestimmten Bedingungen die nosemabefallenen Völker schädigen können… 
  • Liebefeld, Mitteilung Nr. 36 Bienenvergiftung 1999
    Bienenvergiftung
    siehe S.14
    …Chronische Vergiftungen sind schwieriger festzustellen und können mit Krankheiten verwechselt werden..
    • Progressive Schwächung des Volkes ohne sichtbares Bienensterben
    • Ungleichgewicht zwischen Brut/Bienen
    • außergewöhnlich hohe Rate stiller Umweiselungen
    • Hyperaktivität
    • Verlust des Orientierungsinnes

  • Umweltbund e.V., Leserbrief 
    Bienensterben bzw. besser Bienenvolksterben

    ...Schon in Grout, Ruttner. (1966) Beute und Biene, Grundlagen und Methoden der amerikanischen Magazin-Imkerei, 2. Auflage, S. 375-378, ISBN 3431-01410-0 wird schon von Eckert auf die negative Wechselwirkung von Pflanzenschutzmitteln auf Bienenvölker und den Langzeitverlust und Winterverlust von Völkern eingegangen. Zitat: 'Die Flugbienen können, wie schon angedeutet, innerhalb weniger Stunden getötet werden: Noch schlimmer aber ist es, wenn vergifteter Pollen in die Waben getragen worden ist. Es sterben dann Pflegebienen und mit solchem Pollen gefütterte Larven und das Volk geht je nach Menge des vorhandenen, vergifteten Pollens seinem sicheren Ende entgegen. Solche Pollenvergiftungen erstrecken sich oft über lange Zeiträume bis ins folgende Frühjahr hinein, wenn vergifteter Pollen zur Aufzucht der ersten Brut verwendet wird. Zusätzlich gibt es Publikationen aus der selben Zeit, die die Bienenvolkschwächung durch Pestizide und die Zunahme von Krankheiten beschreiben. Siehe:Meyerhoff (1956) Die Nosema als Folge der Nachwirkung von Vergiftungen. Leipziger Bienenzeitung
    Eich (Bieneninstitut Celle) (2003) Was tun bei Vergiftungen. Deutsches Bienenjornal 3 Zitat: 'Die Zahl chronischer Spritzschäden hat in den letzen Jahren zu - , die der akuten abgenommen.... Ursache sind biologisch rafiniertere Behandlungskonzepte oder subletale Effekte, die Bienen nur verwirren aber nicht töten. Die Folge: durch den gestörten Orientierungssinn kehren die Bienen nicht zum Muttervolk zurück. ....chronische Spritzschäden (Vergiftungen) können in Verbindung mit Erkrankungen (Varoatose, Nosema, Sackbrut,) unerkannt ganze Bienenstände auslösen...
  • Dr. Ritter (2006)
    Bienengesundheit aktuell: Nosema ceranae…

    Seit 2 bis 3 Jahren beobachten wir jedoch, dass sich der Verlauf der Nosemosis tatsächlich verändert hat. Im Gegensatz zur klassischen schleichenden Form treten Krabbler und Verluste während des ganzen Jahres auf. Darüber hinaus kann man besonders in diesem Winter beobachten, dass Völker innerhalb von kurzer Zeit absterben. Der Imker findet dann im Gegensatz zu dem typischen Varroa-Schaden einen Kasten voll mit toten Bienen. Auffällig war weiterhin, dass in diesem Winter die Völker auf vielen Ständen selbst bei Temperaturen von 4 °C relativ starke Reinigungsflüge unternahmen…

Imkermeinungen

  • Bienensterben und Züchterischer“ Fortschritt
    werden tangiert durch Pestizid-Effekte der
    • Varrooazide
    • PSM
    Selektionsfortschritte bei den Bienen (auch Varroatoleranz) werden immer häufiger durch moderne Insektizide und ggf. in Verbindung dieser mit dem „Grundrauschen“ eliminiert werden, mit zunehmender Tendenz von Einzelvolkverlusten zu Totalverlusten hin. Dabei ist es für die Verlustumstände unerheblich, wer wie zu Selektionsfortschritten gelangte, Dilettant oder Wissenschaftler, vergleichbare Umweltverhältnisse vorausgesetzt.

  • Testanforderungen für PSM (auch für systemisch wirkende PSM):
    Forderungen aus der Imkerschaft verstärken sich, als Testgegenstand für die Ermittlung der Bienengefährlichkeit von PSM nicht mehr nur Einzeltiere vorzuschreiben sondern immer auch normale Bienenvölker, denn nur der Bien ist der lebensfähige Organismus. Etwaige Folgen langfristiger subletaler Effekte auf den Bien würden damit gewürdigt (u.a. Bienenbrot, Wachs und Königin als Wirkstoffspeicher)
    • unter Bedingungen imkerlicher Praxis,
    • von Raps bis Raps, dazwischen u.a. Kornblumen, Mais, Sonnenblumen, Buchweizen, Phazelia, Senf…,
    • bei zuvor mind. 5 jähriger standortüblicher Ackerbaufruchtfolge und Agrochemie an den Teststandorten.
    • durch die Einbeziehung der „Musik" des Grundrauschens. 

  • Pferdefüsse imkerlichen/züchterischen Tuns
    • Der Kauf von "Edelkönigin" und die flächendeckende Umweiselung standbegatteter Nachzuchten davon, schafft in genetischer Hinsicht eine Zeitbombe, die mit jeder Wiederholung dieses Schemas schärfer wird.
    • Nachziehen ausschließlich vom "besten" (von einem) Volk fügt sich in diesen Problemkreis nahtlos ein.
    • (nur) ein bestes Drohnenvolk bei kontrollierter Begattung


    >>> Bien & Milb




    H. Schneider

    e-Mail: opferlamm@gmail.com
© 2006 Landesverband der Buckfastimker Berlin - Brandenburg e.V. (LBBB e.V.)  -  letzte Änderung 14.04.2017